Innenminister Peter Beuth: „Modernes Auswahlverfahren sichert Qualität und Quantität“ Einstellungskriterien bei der hessischen Polizei weiterhin auf hohem Niveau

Innenminister Peter Beuth: „Modernes Auswahlverfahren sichert Qualität und Quantität“ Einstellungskriterien bei der hessischen Polizei weiterhin auf hohem Niveau

Wiesbaden. In Hessen geht im Jahr 2017 der größte Ausbildungsjahrgang in der Geschichte der hessischen Polizei an den Start: 1.155 Anwärterinnen und Anwärter werden ihr Studium an der Hochschule für Polizei und Verwaltung beginnen. Innenminister Peter Beuth hat sich heute im Rahmen eines Eignungsauswahlverfahrens an der Polizeiakademie Hessen über die Testabläufe und -inhalte informiert und dabei den großen Stellenwert eines hohen Qualitätsstandards bei der Auswahl von Bewerberinnen und Bewerber für den Dienst der hessischen Polizei betont.

„Um die Sicherheit in Hessen auch weiterhin auf hohem Niveau zu gewährleisten, müssen die hessischen Polizeibeamtinnen und -beamten nicht nur personell und materiell gut ausgestattet und bestmöglich ausgebildet werden. Wir benötigen bei der Auswahl der Anwärterinnen und Anwärter auch einen Standard, der unseren hohen Ansprüchen genügt. Unser modernes und vielschichtiges Auswahlverfahren sichert dabei sowohl die Quantität als auch die Qualität: Wir werden es in diesem Jahr schaffen, den mit Abstand größten Ausbildungsjahrgang in der Geschichte der hessischen Polizei einzustellen und können gleichzeitig die Qualität der Anwärterinnen und Anwärter durch gleichbleibend hohe Einstellungskriterien garantieren“, so Innenminister Peter Beuth.

Im Rahmen des Besuchs an der Polizeiakademie begleitete der Minister eine Bewerbergruppe bei einem Teil der Prüfungen, die sich aus PC-Tests zur Konzentration, Intelligenz und Rechtsschreibung, einem Sporttest mit vier Kraft-, Schnelligkeit- und Ausdauer-Übungen sowie einen kommunikativen Testteil bestehend aus einem Gruppen- und einem Einzelgespräch zusammensetzen. Wird die Eignung nach Bestehen der drei Prüfungsteile bestätigt, können Bewerberinnen und Bewerber nach einer abschließenden ärztlichen Untersuchung in den Polizeidienst eingestellt werden.

Für den jüngsten Einstellungstermin im Februar 2017 sind mit 2.750 nahezu 1.000 Bewerbungen mehr eingegangen als noch für den Einstellungstermin im Februar 2016. Insgesamt hat sich die Zahl der Bewerber in den vergangenen Jahren leicht erhöht: Strebten im Jahr 2015 rund 5.500 Bewerberinnen und Bewerber in den Polizeidienst, gingen für die Einstellungstermine im Februar und September 2016 mehr als 6.000 Bewerbungen bei der hessischen Polizei ein. Das Interesse so vieler junger und motivierter Menschen zeige, dass der Polizeiberuf nichts von seiner Faszination verloren hat und dass das Land Hessen weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber sei, so Beuth.

Neben jungen Hessinnen und Hessen bewerben sich auch immer mehr junge Menschen aus anderen Bundesländern für den Dienst in der hessischen Polizei: Gingen für den Einstellungstermin Februar 2016 knapp 700 Bewerbungen aus anderen Bundesländern ein, waren es für Februar 2017 mehr als 1.000. Unter den 135 Anwärterinnen und 398 Anwärtern, die im Februar 2017 ihre Ausbildung zu Polizei- sowie Kriminalkommissarinnen und -kommissaren im gehobenen Polizeidienst an den Studienorten Wiesbaden, Mühlheim am Main, Gießen und Kassel begonnen haben, stammten knapp 30 Prozent aus anderen Bundesländern. Zudem besitzen mehr als zehn Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit. Insgesamt liegt der Wert eingestellter Migranten bei der hessischen Polizei seit 2009 bei mehr als 15 Prozent.

Hintergrund:

Bei der hessischen Polizei werden im Jahr immer so viele Kolleginnen und Kollegen als Anwärter eingestellt wie drei Jahre später aus dem Dienst ausscheiden. Die Hessische Landesregierung hat jedoch beschlossen, bis zum Jahr 2020 1.010 zusätzliche Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte einzustellen und so für mehr Sicherheit in Hessen zu sorgen. Die zusätzlichen Anwärter werden im Laufe von drei Jahren eingestellt: 2015 nahmen 140 zusätzliche Anwärter ihr Studium auf. 300 weitere kamen bei den Einstellungen in 2016 hinzu. Aus den Einstellungsterminen 2017 werden nach dem dreijährigen Studium insgesamt 570 Frauen und Männer mehr als sonst zur Verfügung stehen.

 

Informationen zu Einstellungsvoraussetzungen und Studium

In Hessen ist die Umsetzung der zweigeteilten Laufbahn stellenplanmäßig seit 2003 abgeschlossen, wodurch alle Planstellen für Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte im gehobenen bzw. höheren Dienst angesiedelt sind. Anders als in vielen anderen Bundesländern sowie bei der Bundespolizei wird in Hessen seit 1995 grundsätzlich nur noch im gehobenen Polizeivollzugsdienst eingestellt. Damit ist ein Einstiegseinkommen in der Besoldungsstufe A 9 verbunden.

 

Einstellungsvoraussetzungen:

–              Abitur, Fachhochschulreife oder Meisterprüfung

–              Polizeidiensttauglichkeit

–              Mindestgröße 1,60 m

–              Höchstalter: 32 Jahre am Tag der Einstellung

–              Eintreten für die freiheitlich-demokratische Grundordnung

–              gerichtlich nicht bestraft

 

Bewerberinnen und Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss können sich auch bewerben, müssen aber vor Einstellung in die hessische Polizei noch an einer Fachoberschule die Fachhochschulreife erwerben.

 

Die deutsche Staatsangehörigkeit ist nicht erforderlich. Für EU-Bürger gelten die gleichen Voraussetzungen. Nicht-EU-Bürger müssen fünf Jahre in Deutschland gelebt haben, im Besitz einer gültigen Niederlassungserlaubnis sein und müssen die Muttersprache in Wort beherrschen.

 

 

Informationen zum Studium

  • Das dreijährige Studium an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV) endet mit dem Abschluss Bachelor of Arts.
  • Zwei Studiengänge werden angeboten: Schutzpolizei und Kriminalpolizei.
  • Die Ausbildung zeichnet sich durch eine hohe Verzahnung zwischen Fachtheorie und Fachpraxis aus.
  • Ziel dieser Bachelor-Studiengänge ist es, Absolventinnen und Absolventen für ihre Erstverwendung (drei bis fünf Jahre) in den Dienst- und Ermittlungsgruppen oder in der Bereitschaftspolizei (Studiengang Schutzpolizei) und in den Fachkommissariaten (Studiengang Kriminalpolizei) auf fachlich hohem Niveau mit umfangreichem Fach- und Methodenwissen für den flexiblen Einsatz in der hessischen Polizei zu befähigen.

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