Neues Tool für nonverbale Kommunikation unterstützt individuelle Lernbedürfnisse im Ganztagskonzept und in der Flüchtlingsarbeit

Neues Tool für nonverbale Kommunikation unterstützt individuelle Lernbedürfnisse im Ganztagskonzept und in der Flüchtlingsarbeit

„In einem verpflichtenden Lernsystem frei und willig zu lernen, ist das höchste Ziel, das wir als Lehrkräfte und Eltern erreichen können.“, erklärt Nena Siara-Tabatabai, die verantwortliche Lehrerin der ersten Ganztagsklasse 1 im Kreis Limburg – Weilburg und Erfinderin der Lernwelt, einem neuen Tool für nonverbale Kommunikation von Lernbedürfnissen. Die seit 15 Jahren im Schuldienst tätige Grundschullehrerin hat ein Werkzeug entwickelt, das die Lernbedürfnisse von Lernenden in einem System spiegelt und transparent allen Lernteilnehmern vermittelt.

Die Lernwelten sind wie Landkarten aufgebaut, auf denen sich der lernende Mensch mit seinem Foto auf einem Magnet positiniert, bevor er in eine Lerneinheit oder Lernspirale eintaucht. So kann ein Schüler sich in den „See der Ruhe“ einordnen und geht anschließend mit einem Kopfhörer in eine Lernnische, ein anderer positioniert sich als „Helferboot“. Benötigt ein Kind Hilfe, kann es nonverbal an der Lernwelt sehen, wer ein Helferboot ist, und zu dem entsprechenden Kind gehen und um Hilfe bitten. „Es ist spannend, zu sehen, wie sich Kinder begegnen und gegenseitig
unterstützen, nur aufgrund eines gemeinsamen Lernbedürfnisses. Die Kinder lernen, die Lernbedürfnisse der Gruppe zu achten und sich auf ihr eigenes zu konzentrieren. Wir schauen immer, was wir brauchen, um zu unserem erklärten Ziel zu gelangen. Und wenn wir im Plenum arbeiten, positioniert sich die Lehrkraft in den Ort Kontrolle. Die eigenen Bedürfnisse zu kennen und zu
achten ist ein wichtiger Baustein für Glück.“, erklärt Siara-Tabatabai,  die sich auch in dem neuen Fach „Glück“ hat ausbilden lassen, das bereits an 100 Schulen Deutschlands gelehrt wird.

Die Lernwelten hängen mittlerweile in vielen Familien ihrer Klasse, sowie in sozialen Einrichtungen wie Psychotherapien, der Lebenshilfe und im Gefängnis. Die Lernwelt der Gefühle nach dem Psychonlogen Robert Pluchik hilft Gefühlspfade zu erkennen und diese besser kennen zu lernen, die Lernwelt des Glücks baut auf der Glücksforschung des Heidelberger Instituts für
Persönlichkeitsentwicklung auf. „Mit den Lernwelten ist es auch möglich, die Bedürfnisse von Flüchtlingskindern nonverbal zu erfahren. Gefühle sind  ein Baustein für unser Handeln. Wenn wir sie kennen, können wir die Integration  der geflüchteten Menschen fließender gestalten.“ Die Lehrkraft hat ihre Lernwelten beim Patenamt schützen lassen und vertreibt sie selbst. Die Schulleitung begrüßt den Einsatz in den Ganztagsklassen und die Erweiterung der Persönlichkeitsentwicklung der ihr anvertrauten Schüler. „Wir sind glücklich, dass wir im Ganztagsangebot endlich auf individuelle Lernbedürfnisse eingehen können.“, so Schulleiter Bernd Steioff. Unlängst war die Schule im Emsbachtal wieder unter den besten in dem Wettbewerb „Starke Schule“, bei dem die Jury auch Einblicke in die Lernwelt nehmen konnte. © Nena Siara-Tabatabai

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