Nach 133 Jahren hat die Werschauer Brücke ausgedient #WerschauBridge

Nach 133 Jahren  hat die Werschauer Brücke ausgedient #WerschauBridge

Anfang dieser Woche wurde die alte Werschauer Wörsbachbrücke abgerissen, da sie die heutigen Verkehrslasten nicht mehr aufnehmen konnte. Mit der Geschichte der Brücke befasste sich der Werschauer Gesprächskreis in seiner letzten Sitzung.

Bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1235 hat Werschau an der bedeutenden Handelsstraße von den Niederlanden über Köln und Frankfurt nach Süddeutschland gelegen, an der Hohen Straße. Von der alten Fernstraßen (Hühnerstraße) nach Mainz gab es eine Querverbindung durch das Dorf Werschau, die auch fremde Fuhrleute gelegentlich als Zufahrt zur Hohen Straße nach Frankfurt benutzten. Spätestens 1359 bestand eine Ortsbefestigung aus Zäunen und Hecken. Diese Einfriedung wies auch eine Pforte am Wörsbach auf, an der bis ins 16. Jahrhundert hinein die jeweiligen Landesherren Zoll erhoben.

Vom Dorf aus gab es 1806 nur einen Fußsteg über den Wörsbach und, etwas unterhalb von diesem, einen Fuhrweg durch eine Furt im Bach zum Feld über dem Wörsbach, auf dem damals noch keine Häuser standen. Im Zug der Anbindung von Werschau an die neu gebaute Chaussee von Niederbrechen bis Kirberg wurde 1883 /84 die Wörsbachbrücke neu gebaut. 6 Stahlträger auf einem Mittelpfeiler bildeten mit einem aus Ziegelsteinen gemauerten Tonnengewölbe eine tragfähige Konstruktion. Ab diesem Zeitpunkt standen auch Häuser auf der anderen Seite des Wörsbachs.

Durch die Regulierung des Wörsbachs in den Nachkriegsjahren konnte auch die Hochwassergefahr im Unterdorf weitgehend gebannt werden. 1962 ermöglichte eine Erneuerung der Fahrbahndecke mit Stahlbeton die Erhöhung der Verkehrslast, danach konnten  Baustellenfahrzeuge auch über Werschau an die Raststätte an der (noch 2-spurigen) A3 fahren.

Einen 1975 gebauter Fußgängersteg erhöhte die Sicherheit der Fußgänger ein beseitigte einen verkehrstechnischen Engpass. Eine spürbare Entlastung des Verkehrs über die alte Brücke ermöglichte nach mehr als 10-jähriger Beratung und Planung die 2003 eröffnete zweite Anbindung.

Ende 2015 zwangen sichtbarer Bauschäden die Gemeinde dazu, die zulässige Brückenlast der Wörsbachbrücke auf 3,5 t herab zusetzten. Bedingt u.a. durch eine Fördermaßnahme des Landes war die Gemeinde nun in der Lage, diese für Werschau bedeutende Maßnahme in Angriff zu nehmen. Neben der Freude über dieses Vorhaben gibt es natürlich auch etwas Wehmut im Ort: musste doch die auch weit über 100 Jahre alte Kastanie an der Brücke für die Bauarbeiten weichen, damit verliert Werschau ein markantes Wahrzeichen. © Uli Jung

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