Immer mehr arbeiten Teilzeit · Beschäftigungszuwachs der letzten Jahre geht vor allem auf mehr Teilzeitarbeit zurück . Gesellschaftliche und familiäre Hürden für Mütter nach wie vor hoch

Immer mehr arbeiten Teilzeit · Beschäftigungszuwachs der letzten Jahre geht vor allem auf mehr Teilzeitarbeit zurück . Gesellschaftliche und familiäre Hürden für Mütter nach wie vor hoch . Zwei Drittel aller Geringverdiener sind Frauen . Frauen häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als Männer . Mädchen auf Ausbildungssuche haben bessere Schulabschlüsse als Jungs

Darüber, wie sich die Situation der Frauen auf dem heimischen Arbeitsmarkt in den letzten zehn Jahren verändert hat, informierte jetzt die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Iris Angrick. In ihrem Bericht wies die Arbeitsmarktexpertin darauf hin, dass die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar in der letzten Dekade um 19.944 Personen oder 16,3 Prozent auf 142.007 gestiegen sei. Am 30. Juni des vergangenen Jahres waren insgesamt 78.124 Männer und 63.883 Frauen sozialversichert beschäftigt. Dabei lag die Zahl der beschäftigten Männer um 8.840 Zähler (12,8 Prozent) über dem Wert des Jahres 2006. Anders bei den Frauen: Hier hat sich in den vergangenen zehn Jahren ein  Zuwachs von 11.104 (21,0 Prozent) sozialversicherten Arbeitsplätzen eingestellt. „Die Arbeitsplatzgewinne der letzten Jahre resultieren dabei überwiegend aus dem Anstieg der Teilzeitbeschäftigten“, erläutert die Arbeitsmarktexpertin. „Während 2006 jeder fünfte Arbeitsplatz eine Teilzeitstelle war, zählten wir im vergangenen Jahr jede vierte Stelle als zeitreduzierten Arbeitsplatz. Auch wenn sich die Zahl der teilzeitbeschäftigten Männer in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt hat, ist Teilzeit nach wie vor eine Frauendomäne.“ 6.273 oder 8,0 Prozent der erwerbstätigen Männer gingen 2016 einer Teilzeitbeschäftigung nach. Bei den Frauen waren 32.456 Teilzeitbeschäftigte zu verzeichnen. Dies entspricht einem Anteil von 50,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen.

 

Beschäftigungshürden für Mütter im ländlichen Raum hoch

 

„Wer allerdings glaubt, dass das Teilzeitangebot für Frauen ausreiche, geht fehl“, warnt Angrick. Der Markt habe sich zwar erheblich flexibilisiert, gleichzeitig steige allerdings der Wunsch, mit reduzierter Stundenzahl zu arbeiten. Zudem seien die gesellschaftlichen und familiären Hürden im ländlichen Raum nach wie vor hoch. Zum vierten Mal in Folge ist die Zahl der Geringverdiener in den Landkreisen Lahn-Dill und Limburg-Weilburg gesunken. Zwei Drittel aller 35.418 geringfügig Beschäftigten waren Frauen. Von den Personen, die neben dem Minijob keine weiteren Erwerbseinkünfte hatten, waren 71,5 Prozent weiblich. Auch bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit treten bei den Geschlechtern Abweichungen zu Tage. Im Jahresdurchschnitt 2016 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei den Männern in der Region bei 5,3 Prozent. Bei den Frauen betrug die Quote 5,2 Prozent. Dabei werde die Langzeitarbeitslosigkeit zunehmend zu einem Frauenproblem. 46,6 Prozent der erwerbslosen Frauen sind seit über einem Jahr ohne Beschäftigung. Bei den Männern beträgt der Anteil 37,6 Prozent.

 

Mädchen haben bessere Schulabschlüsse als Jungs

 

Angrick sieht für junge Frauen allerdings einen anhaltend positiven Trend auf dem Ausbildungsmarkt: „Wenn es um Ausbildung geht, haben Mädchen wegen ihres hohen Anteils qualifizierter Schulabschlüsse inzwischen wesentlich bessere Chancen“. Die Agenturmitarbeiterin belegt dies mit Zahlen: Von den 1.487 Lehrstellenbewerberinnen des letzten Jahres verfügten 71 Prozent über einen Realschul- oder höheren Abschluss. Bei den Jungs (2.275 Bewerber) lag die Quote bei 57 Prozent. Auffällig sei jedoch, dass die Bewerberinnen bei der Lehrstellensuche nur ein geringes Spektrum an Berufen nutzen. „57,6 Prozent der Mädchen aber ,nur‘ 39,3 Prozent der Jungs konzentrieren sich bei der Berufswahl auf einen der zehn am häufigsten nachgefragten Berufe“, so Angrick weiter. Auf der Wunschliste der Mädchen stehen Verkaufs-, Büro- und Gesundheitsberufe auf den ersten Plätzen der beliebtesten Ausbildungsberufe. Bei den männlichen Ausbildungssuchenden sind der Kraftfahrzeugmechatroniker, der Industriemechaniker und der Industriekaufmann die am häufigsten genannten Zielberufe.

 

Die elfseitige Broschüre „Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“ für den Bezirk der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar kann kostenlos unter der Rufnummer 06431 209521 oder per Mail (Limburg-Wetzlar.BCA@arbeitsagentur.de) angefordert werden.

© Agentur für Arbeit

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