Ausstellung „Frauen und Technik“ begleitet das Thema Girls Day im Limburger Kreishaus Mehr 175 Mädchen informierten sich im Landkreis über männertypische Berufe

Ausstellung „Frauen und Technik“ begleitet das Thema Girls Day im Limburger Kreishaus  Mehr 175 Mädchen informierten sich im Landkreis über männertypische Berufe

Limburg-Weilburg. – Zufrieden zeigten sich Landrat Manfred Michel und die Frauenbeauftragte des Landkreises Ute Jungmann-Hauff mit der Beteiligung der Unternehmen und Institutionen im Landkreis am diesjährigen Girls Day, der gestern stattfand. Im Landkreis Limburg-Weilburg beteiligen sich in diesem Jahr 30 Betriebe und Unternehmen und stellen insgesamt 175  Plätze für Mädchen zur Verfügung. Ebenso viele  Mädchen informierten sich im Landkreis über männertypische Berufe. Die Kreisverwaltung stellte im Abfallwirtschaftsbetrieb, im Amt für den Ländlichen Raum und im Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft insgesamt 17 Plätze bereit, so Landrat Michel. 

Ausstellung „Frauen und Technik“

Begleitend zum Girls Day wird im Limburger Kreishaus die Ausstellung „Frauen und Technik“ von Klausjürgen Herrmann gezeigt. Sie besteht aus 70 großformatigen Motiven. Sie ist bis Ende Juni zu sehen. Die offizielle Vernissage findet am Donnerstag, 11. Mai, 17:00 Uhr statt. Eine Gruppe von Mädchen und junger Frauen eines Befindungsfindungskurses der GAB waren gestern im Rahmen des Girls Days mit Ihren Lehrerinnen und Ausbildern ins Kreishaus gekommen, um anhand von praktischen Beispielen einen Eindruck von Frauen in Männerberufen zu gewinnen.

„Ob und wie weit Frauen in typisch „männlichen“ Berufen angekommen sind, ist ein beliebtes Diskussionsthema“, erklärte Landrat Michel. Es geht um Quoten in Vorstandsämtern und um das Begeistern von Mädchen für technische Berufe. „Die Ausstellung befasst sich auf künstlerischem Weg mit diesem Thema“, so Michel.

Über mehr als zwei Jahre hinweg hat er immer wieder Frauen, die vermeintlich klassische Männerberufe ausfüllen, in ihren typischen Arbeitssituationen porträtiert. Eine Waldarbeiterin ist ebenso dabei wie eine Hubschrauberpilotin der Polizei. Klausjürgen Herrmann ist Industrie- und Grafikdesigner, Vorsitzender des Vereins der Amthof-Galerie Bad Camberg, Mitinitiator der tArt-Orte und Kulturpreisträger der Stadt Bad Camberg. 

Girls Day ist nach wie vor wichtig

Warum der Girls Day immer noch wichtig ist, erläutert die Frauenbeauftragte des Landkreises Limburg-Weilburg, Ute Jungmann-Hauff. Die Berufswahl für Mädchen und Jungen ist für den weiteren Lebensweg der jungen Menschen weichenstellend. In Deutschland gibt es ca. 400 Ausbildungsberufe und etwa 14.000 Bachelor- und Masterstudiengänge, doch diese Vielzahl wird nicht genutzt. Auch im Landkreis Limburg-Weilburg orientieren sich Mädchen und Jungen bei der Wahl ihres Berufes ganz stark daran, ob es sich um einen Frauen-oder Männerberuf handelt.

Unter den vielen technisch begabten und interessierten Mädchen gibt es festgefahrene Vorstellungen und Rollenbilder, was weiblich oder was männlich ist und dies beeinflusst ihre Berufs- und Studienwahl, ob bewusst oder unbewusst. Das bedeutet gleichzeitig aber auch, dass sie ihre Potentiale nicht ausnutzen. In den Top 25 der Berufe, die von Mädchen favorisiert werden, findet sich kein naturwissenschaftlich-technischer Beruf. Jedoch 98 Prozent der Mädchen wählen aus den Top 25 ihren Beruf aus. Auch die Jungen wählen geschlechtsspezifisch, sind aber vergleichsweise breiter aufgestellt.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Berufswahl

Mädchen werden Friseurin, Arzthelferin, Verkäuferin, Hauswirtschafterin. In diesen Berufen sind die Verdienste gering und die Aufstiegschancen schlecht. Frauen studieren Germanistik, Jura, Medizin Pädagogik und Geistes-, Sozial- oder Kulturwissenschaften.

Jungen werden Mechaniker, Maurer, Elektriker oder Mechatroniker. In diesen Berufen wird besser verdient und es gibt Weiterbildungsmöglichkeiten zum Meister oder Techniker. Männer studieren Informatik, Mathematik, Physik, Jura- und Wirtschafts-wissenschaften oder Ingenieurwissenschaften.

Die materiellen Unterschiede der verschiedenen Berufe und Tätigkeiten sind beachtlich. Zum Beispiel liegt das Einstiegsgehalt einer  Wirtschaftsingenieurin bei über 3500 Euro und das einer Sozialwissenschaftlerin bei 1800 Euro. Eine Friseurin verdient 1500 Euro und ein Mechatroniker 2400 Euro.

Der Girls Day als mädchenspezifisches Angebot bietet eine besondere Chance für die Mädchen die Neugier auf frauenuntypische und Zukunftsberufe zu wecken und für die Unternehmen und Organisationen, die qualifizierten und motivierten Nachwuchs suchen. Das gleiche gilt für den Boys Day. Jungen sollen an diesem Tag in Kindergärten, Krankenhäusern oder Sozialstationen die Arbeitsbereiche der dort Tätigen kennen lernen. © Landkreis Limburg-Weilburg

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