Falsche Polizeibeamte festgenommen, 81-Jährige lässt sich nicht überlisten · Warnung vor betrügerischen Anrufen

Falsche Polizeibeamte festgenommen, 81-Jährige lässt sich nicht überlisten · Warnung vor betrügerischen Anrufen

Falsche Polizeibeamte festgenommen, 81-Jährige lässt sich nicht überlisten, Wiesbaden, 24./25.04.2017

(He)Da hatten sich die Trickbetrüger mal gehörig verschätzt. Statt eine 81-jährige Wiesbadenerin hinters Licht zu führen, half diese, die gemeinen Betrüger festzunehmen. Die ganze Geschichte nahm am Montagabend ihren Lauf. Ein Betrüger meldete sich telefonisch und gab sich als Polizeibeamter aus. Die aufgetischte Geschichte ist fast immer die gleiche. Die Polizei hätte eine Einbrecherbande festgenommen. Hierbei sei auch eine Adressliste sichergestellt worden, auf der die Straftäter die Adressen ausgesuchter Opfer vermerkt hätten. Die Angerufene sei eine dieser Personen, bei denen anscheinend demnächst eingebrochen werden solle. Sie müsse nun genau die Ratschläge der Polizei befolgen: Fenster überprüfen, Türverriegelung kontrollieren usw. Weiterhin wurden hochtrabend Sicherheitsratschläge gegeben. Damit war der erste Anruf erledigt.

Dienstags meldete sich dann abermals der falsche Polizeibeamte. Man wisse nun, dass Straftaten bei der 81-Jährigen passieren werden und ihr Geld nun nicht mehr sicher sei. Was der Anrufer jedoch nicht

wusste: Die Dame hatte sich noch am Vorabend nach dem ersten Anruf unter Beteiligung einer Freundin an die echte Polizei gewandt. Von dieser bekam Sie natürlich bestätigt, dass es sich nur um eine betrügerische Masche handeln könne. Die Wiesbadener Kriminalpolizei nahm sich der Sache an, klärte die Seniorin auf und gab Verhaltenshinweise, sollten weitere Anrufe eingehen. Als dies nun geschah, drehte die Wiesbadenerin den Spieß um und ließ sich zum Schein auf die Forderungen des Anrufers ein. Vorgestern konnten dann zwei 18- und 19-Jährige bei der, von ihrer Seite erhofften, Geldabholung festgenommen werden. Gestern wurden diese nun einem Haftrichter vorgeführt, welcher gegen den 18-Jährigen einen Haftbefehl erließ. Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass angerufene Senioren bei einem Kontakt mit Trickdieben dieser Art, auch wenn der versuchte Trickdiebstahl erkannt wurde, äußerst vorsichtig sein sollten. Ohne zuvor die Polizei kontaktiert zu haben, ist von einem Versuch, diese hochprofessionellen und psychologisch geschulten Täter hinters Licht zu führen, abzuraten. Zu hoch ist die Gefahr, dass Ihnen doch Geld abgeluchst wird.

 

  1. Warnung vor betrügerischen Anrufen, 01.01.2017 bis 27.04.2017

 

(pl)Unangekündigt klingelt das Telefon und ein angeblicher Mitarbeiter einer namhaften Softwarefirma berichtet von einem angeblichen Problem mit dem Computer des Angerufenen oder einer neu benötigten Lizenz. Tatsächlich wollen die Anrufer nicht helfen, sondern an das Geld der Bürgerinnen und Bürger kommen oder sich Zugriff auf deren Rechner, speziell zum Online-Banking, verschaffen.

Allein in diesem Jahr wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen bereits 21 solcher Fälle gemeldet, wovon sich dreizehn im April ereigneten. Auch wenn einige der Angerufenen glücklicherweise nicht auf die angeblichen Softwarefirmenmitarbeiter reinfielen und die Telefonate rechtzeitig beendeten, erbeuteten die Betrüger in den anderen Fällen mit dieser Masche insgesamt rund 18.000 Euro.

 

Die Polizei warnt dringend davor, auf derartige Anrufe einzugehen.

Kein Mitarbeiter einer seriösen Softwarefirma wird Sie unaufgefordert zu Hause anrufen und die Behebung von Problemen anbieten, die Sie vor dem Anruf noch gar nicht hatten. Lassen Sie sich von Unbekannten nicht um den Finger wickeln und gehen Sie keinesfalls auf fragliche Angebote zur Installation einer Software oder Fernwartung ein.

Beenden Sie das Gespräch rechtzeitig. Geben Sie keine Kontodaten, Kreditkartendaten oder gar ein Passwort preis und überweisen Sie kein Geld.

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