Inflationsrate in Hessen steigt im April auf 2,1 Prozent

Inflationsrate in Hessen steigt im April auf 2,1 Prozent (95/2017)

  • Verbraucherpreise im April gegenüber März 2017 unverändert
  • Heizöl und Kraftstoffe gegenüber Vormonat teurer
  • Inflationsrate ohne Berücksichtigung der Energie bei 1,7 Prozent

Im April 2017 lag das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hatte die Inflationsrate im März bei 1,7 Prozent und im Februar bei 2,5 Prozent gelegen. Den größten Anteil an der Preissteigerung gegenüber April 2016 hatten neben den im Jahresvergleich gestiegenen Preisen für Kraftstoffe und Heizöl vor allem gestiegene Mietpreise.

Im Vergleich zum März 2017 blieb das Niveau der Verbraucherpreise im April insgesamt unverändert. Der Anstieg der Inflationsrate im April 2017 ist somit auf den Basiseffekt zurückzuführen. Demnach hängt die Höhe der Teuerungsrate nicht nur von der aktuellen, sondern auch von der Preisentwicklung des Vorjahresmonats ab: Im April letzten Jahres war das Niveau der Verbraucherpreise gegenüber März gesunken.

Preise für Energie

Die Preise für Energie lagen im April 2017 um 1,5 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Während Verbraucherinnen und Verbraucher für Heizöl (plus 4,2 Prozent), Benzin (plus 3,6 Prozent), Diesel (plus 2,1 Prozent) und die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (plus 0,2 Prozent) durchschnittlich mehr zahlen mussten als im Monat zuvor, wurden Autogas und Gas (je minus 0,1 Prozent) günstiger. Strom war durchschnittlich genauso teuer wie im März 2017.

Im Vergleich zum April 2016 stiegen die Preise für Energie um 4,9 Prozent. Teurer wurden im Jahresvergleich Heizöl (plus 28,2 Prozent), Diesel (plus 13,3 Prozent), Autogas (plus 10,1 Prozent) und Benzin (plus 8,9 Prozent). Auch für Strom mussten 1,9 Prozent höhere Preise bezahlt werden. Gas (minus 4,0 Prozent) und die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (minus 2,4 Prozent) wurden gegenüber dem Vorjahr günstiger.

Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Heizöl und Kraftstoffen lag in Hessen im April 2017 bei 1,5 Prozent. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung der gesamten Energie lag bei 1,7 Prozent.

Nahrungsmittelpreise

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im April 2017 um 0,4 Prozent unter dem Niveau von März 2017. Während für Molkereiprodukte und Eier (plus 1,5 Prozent) sowie Obst (plus 0,2 Prozent) im April höhere Preise gezahlt werden mussten, wurden Gemüse (minus 3,7 Prozent), Fisch und Fischwaren (minus 1,3 Prozent) sowie Speisefette und -öle (minus 2,0 Prozent) günstiger. Die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse sowie für Fleisch und Fleischwaren blieben im Schnitt unverändert.

Gegenüber dem Vorjahr mussten Verbraucherinnen und Verbraucher 1,3 Prozent mehr für Nahrungsmittel bezahlen. Teurer im Vergleich zum April 2016 wurden Speisefette und -öle (plus 10,0 Prozent), Fisch und Fischwaren (plus 3,7 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (plus 1,7 Prozent) sowie Obst (plus 0,9 Prozent). Molkereiprodukte und Eier verteuerten sich um 4,0 Prozent, darunter stiegen die Preise für Sahne (plus 6,5 Prozent), H-Milch (plus 5,6 Prozent), Quark (plus 4,8 Prozent); Eier wurden 0,3 Prozent günstiger. Auch für Gemüse mussten 1,0 Prozent geringere Preise gezahlt werden. Brot und Getreideerzeugnisse waren durchschnittlich genauso teuer wie vor einem Jahr.

Preise von langlebigen Gebrauchsgütern

Die Preise für langlebige Gebrauchsgüter stiegen im April 2017 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 0,9 Prozent gegenüber April 2016. Bei den langlebigen Gebrauchsgütern handelt es sich um eine heterogene, weite Produktgruppe mit einem Anteil von 8 Prozent am Warenkorb privater Haushalte. Während Mobiltelefone gegenüber dem Vorjahresmonat 1,1 Prozent teurer wurden, wurden Festnetztelefone 1,5 Prozent günstiger. Weniger mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für verschiedene Haushaltsgroßgeräte, wie zum Beispiel Kühl- und Gefrierkombinationen (minus 4,8 Prozent) und Waschmaschinen (minus 3,6 Prozent) bezahlen. Auch im Bereich der Unterhaltungselektronik waren ähnlich wie in den Vormonaten Preisrückgänge zu beobachten, so beispielsweise bei DVD-Rekordern (minus 12,6 Prozent), Hi-Fi-Anlagen (minus 7,0 Prozent), Fernsehgeräten (minus 6,0 Prozent) und Heimkino- (minus 5,2 Prozent) sowie SAT-Anlagen (minus 4,3 Prozent). Teurer wurden in dieser Kategorie beispielsweise Digital-Kameras (plus 10,3 Prozent) und MP3-Player (plus 3,7 Prozent). Kraftwagen verteuerten sich um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im April 2017 um 0,7 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und um 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Höhere Preise im Vergleich zum April 2016 mussten für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 3,0 Prozent), Verbundfahrkarten (plus 1,9 Prozent) und Kulturdienstleistungen (plus 0,4 Prozent) gezahlt werden. Auch Speisen und Getränke, die von Gaststätten und anderen Verpflegungsdienstleistern angeboten wurden, verteuerten sich um 1,8 Prozent. Gesundheitsdienstleistungen, z. B. stationäre Gesundheitsdienstleistungen (plus 4,5 Prozent) und zahnärztliche Dienstleistungen (plus 1,5 Prozent) kosteten ebenso mehr. Günstiger wurden Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (minus 4,5 Prozent) und Telekommunikationsdienstleistungen (minus 1,1 Prozent).

Die Wohnungsmieten lagen im April um 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Vergleich zum März 2017 mussten Mieterinnen und Mieter 0,2 Prozent mehr bezahlen. © HSL

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