Fast 270.000 Menschen in Deutschland erleiden pro Jahr einen Schlaganfall

Fast 270.000 Menschen in Deutschland erleiden pro Jahr einen Schlaganfall

Gesundheitsminister Stefan Grüttner: „Ein Schlaganfall entsteht nicht aus dem Nichts heraus; es gilt die Ursachen und Faktoren, die dazu führen zu verringern“

Wiesbaden. Anlässlich des morgigen Tages des Schlaganfalls wies der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner darauf hin, dass der Einzelne sein Schlaganfallrisiko maßgeblich durch seine Lebensweise beeinflussen kann. „Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Bluthochdruck sowie Bewegungsmangel sind bekannte Faktoren, die die Gefahr eines Schlaganfalls erheblich erhöhen können. Hier haben es die Menschen in der Hand, das Risiko eines Schlaganfalls durch ihre Lebensweise zu minimieren“, betonte der Minister. Mit einem Anteil von 80 bis 85 % ist der ischämische Schlaganfall eine der am häufigsten ausgeprägten Formen. Hierbei wird ein Hirngefäß meist von einem Blutgerinnsel verstopft und unterbricht somit die Blut- und Sauerstoffversorgung einer Hirnregion. Die Fälle des hämorrhagischen Schlaganfalls, bei dem die Durchblutungsstörung auf einer Hirnblutung beruht, sind demgegenüber deutlich in der Minderzahl.

Die Häufigkeit der ersten Variante zeigt deutlich, dass das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden durch unsere Lebensweise beeinflusst wird. Zwar gibt es Risikofaktoren, die sich nicht beeinflussen lassen, wie zum Beispiel das Alter und die genetische Disposition, daneben gibt es aber die Faktoren, die sich aktiv verringern lassen. Allein der Zigarettenkonsum fördert die Arteriosklerose und führt zu Stoffwechselstörungen – beides erhöhte Risikofaktoren. Dabei wäre hier leicht Abhilfe zu schaffen. Bereits fünf Jahre nach dem Aufhören des Rauchens hat der Mensch normalerweise wieder das gleiche Schlaganfallrisiko wie diejenigen, die nie geraucht haben.

Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes zum Bevölkerungsbestand basierend auf einer Studie des Robert-Koch-Instituts kann hochgerechnet werden, dass Ende 2010 rund 1,76 Millionen Menschen ab 18 Jahren schon einmal einen Schlaganfall erlitten haben, darunter 877.000 Frauen und 884.000 Männer. Die Erkrankungshäufigkeit liegt in der Altersgruppe der 40 – bis 49-jährigen Frauen bei 1,1 %  (bei den Männern 0,7 %). Dies steigt mit dem Alter kontinuierlich an: 6,3% bei den 70- bis 79-jährigen Frauen und 8,1 % bei den Männern in der gleichen Altersgruppe. „Aufgrund des demografischen Wandels werden sich die Schlaganfallsfälle erhöhen. In Hessen ist mittlerweile in allen Gebietskörperschaften ein sogenanntes „Schlaganfallkonzept“ eingeführt worden, um die schnellstmögliche optimale Versorgung der Betroffenen zu gewährleisten. Gehirnzellen, die nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden, sterben rasch ab, deshalb ist schnelle Hilfe so wichtig“, betonte Grüttner. In Hessen sei man hierbei gut aufgestellt, da mit dem „Schlaganfallkonzept“ die schnelle lokale Versorgung eines Schlaganfalls mit Verbringung des Patienten in eine Stroke-Unit geregelt werde. Es gibt in Hessen mittlerweile 10 Thrombektomiezentren, in denen speziell geschulte Mediziner Blutgerinnsel im Gehirn mit einem Katheter entfernen können. „Am besten ist es jedoch, wenn es gar nicht so weit kommen muss, und die Menschen verantwortungsbewusst mit ihrer Gesundheit umgehen und das Schlaganfallrisiko verringern“, ergänzte der Gesundheitsminister. © HSM

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