Limburg: Arbeitsgruppe für bessere Luft

Limburg: Arbeitsgruppe für bessere Luft

Bis zum 30. Juni sollen geeignete Maßnahmen präsentiert werden, um die Schadstoffbelastung der Limburger Luft, vor allem die Grenzwerte übersteigende Belastung mit Stickstoffdioxyd, zu senken. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung soll diese Vorschläge erarbeiten.

Das ist das Ergebnis eines runden Tisches gestern in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Dort hatten sich Vertreter aus dem Mainzer Verkehrsministerium und der Wiesbadener Umwelt- und Verkehrsministerien, Vertreter der Landkreise und der Kommunen sowie der Verkehrsbehörden eingefunden. Thema war die Belastung der Limburger Luft und eine konkrete Verbesserung.

Bürgermeister Dr. Marius Hahn, der eine kleine Delegation aus dem Limburger Rathaus anführte, zeigt sich erfreut über das Ergebnis dieser länderübergreifenden Zusammenkunft. „Es kommt Bewegung in die Sache“, ist er überzeugt. Bewegung heißt nach seinen Angaben die Verständigung auf eine Arbeitsgruppe, die sich aus Vertreter/innen der verschiedenen Verkehrsbehörden, Kommunen und ministeriellen Ebenen zusammensetzen soll. Die klare Aufgabe: Bis zum 30. Juni sollen Maßnahmen präsentiert werden, die mit ihrer Umsetzung für eine deutliche Verbesserung der Luft in der Stadt sorgen sollen.

Das ist auch Ziel des Luftreinhalteplans, dessen Entwurf in Limburg diskutiert wurde. Allerdings ließ die Stellungnahme der Stadt trotz der Zustimmung zu verschiedenen Vorhaben wie Verkehrsleitrechner, Ausweisung der Stadt zur Umweltzone und der Fernwegweisung auf Bundes- und Landesstraße, um die Limburger Innenstadt weiträumig zu umfahren, keine Zweifel daran, dass einige Kernpunkte abgelehnt bzw. sehr kritisch gesehen werden. Allen voran das Lkw-Durchfahrtverbot mit einer Umleitung des Schwerverkehrs, der durch Wohngebiete führt sowie Verkehrsknoten be- und überlastet.

Genau diese vorgeschlagen Lkw-Umleitung wird ein Thema der Arbeitsgruppe sein. Die Umleitung soll konkret in Augenschein genommen werden. Der Eindruck des Limburger Bürgermeisters von der Gesprächsrunde: Diese vorgeschlagene Lkw-Umgehung stößt nicht nur in Limburg selbst auf erhebliche Kritik, sondern ruft auch auf rheinland-pfälzischer Seite erhebliche Vorbehalte hervor. Teilweise soll die Umfahrung auch über Straßen in Rheinland-Pfalz führen. Klar wurde in dem Gespräch nach Angaben von Hahn, dass die Verbesserung der Verkehrssituation in Limburg und damit die Reduzierung der Luftschadstoffe durchaus als gemeinsamer und grenzübergreifender Handlungsauftrag empfunden wird.

Ein Ziel der Arbeitsgruppe könnte zum Beispiel sein, Alternativen zu entwickeln, um kurzfristig eine Reduzierung der Schadstoffe zu erreichen, ohne ein Lkw-Durchfahrtsverbot umzusetzen, wenn keine alternative Umleitungsstrecke gefunden wird. Allerdings kann die Umsetzung des Durchfahrtverbots nur dann fallen, wenn die Schadstoffreduzierung erreicht wird, die es mit einer Verbannung der Lastwagen gegeben hätte.

Es gibt nach Einschätzung von Hahn Ziele, die kurz-, mittel- und langfristig erreicht werden müssen. Aufgabe der Arbeitsgruppe sei es Maßnahmen zu benennen, wie die Ziele erreicht werden. Auf die Vorschläge bis zum 30. Juni ist er auf jeden Fall gespannt. Das Gespräch in Mainz wertet Hahn schon jetzt als Erfolg, denn es sei etwas umgesetzt worden, dass die Stadt in ihrer Stellungnahme zum Entwurf zum Luftreinhalteplan deutlich kritisiert hat: Die fehlende Bereitschaft, das Gespräch mit allen Beteiligten auf den unterschiedlichen Ebenen zu beiden Seiten der Landesgrenzen zu suchen. Dies ist nun anders. Es wird nun miteinander geredet, um sich zum Beispiel Gedanken über Verbesserungen im ÖPNV und einen einheitlichen Tarif zu machen. „Die Landesregierungen beidseits des Rheins haben erkannt, hier will eine Region zusammenarbeiten und über Landesgrenzen hinweg für die Bürger annehmbare Vorschläge erarbeiten“, so die Hoffnung Hahns. © Limburg.de

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