Gemeinsame Erklärung von Staatssekretär Jo Dreiseitel und US-Generalkonsul James W. Herman anlässlich des Orlando-Attentats am 12. Juni 2016 

Gemeinsame Erklärung von Staatssekretär Jo Dreiseitel und US-Generalkonsul James W. Herman anlässlich des Orlando-Attentats am 12. Juni 2016 

Wiesbaden. Am kommenden Montag jährt sich das Attentat von Orlando (USA). Am 12. Juni 2016 war der 29-jährige Omar Mateen in einen Nachtclub gestürmt und hatte 49 Menschen getötet. 53 Menschen wurden verletzt. Der Attentäter wurde von der Polizei erschossen. Das „Pulse“ war ein Club für Lesben, Schwule, Bisexuelle und transgeschlechtliche Personen (englisch: LGBT für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender).

 

Bei diesem Attentat handelte es sich nicht nur um eines der größten und folgenreichsten Massaker eines bewaffneten Einzeltäters, das in den USA je begangen wurde, sondern vor allem auch um einen gezielten Angriff gegen eine gesellschaftliche Minderheit. Opfer waren zu über 90% hispanische LGBT, mit zumeist puerto-ricanischem Hintergrund.

 

„Es war ein Hassverbrechen, das sich gegen die hispanische LGBT-Community richtete und damit große Betroffenheit weltweit auslöst“, betonte der Hessische Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Jo Dreiseitel. „Es wurden gezielt Menschen getötet und verletzt, die sich in einem geschützten Rahmen glaubten, wie ihn eben auch LGBT-Clubs der Community bieten“, so Dreiseitel weiter.

 

„Gewalt und Diskriminierung gegen jegliche gefährdete Gruppe untergräbt unsere Werte und Sicherheit. Darin liegt ein zentrales Grundprinzip unserer Demokratien“, erklärt US-Generalkonsul James W. Herman und ergänzt: „Was im Pulse passiert ist, war eine Tragödie, die uns an die gemeinsame Aufgabe von uns allen erinnert, die Rechte der LGBT-Personen überall auf der Welt zu schützen und zu fördern.“

 

Das Attentat hatte weltweite Solidaritätsbekundungen ausgelöst. Menschen kamen zu Gedenkveranstaltungen zusammen und zündeten Kerzen an. Regenbogenfahnen wehten auf Halbmast. Zentrale Gebäude wie der Eiffelturm in Paris und der Grand Place in Brüssel erstrahlten in Regenbogenfarben. Auch in Hessen haben viele Vereine und Initiativen der LGBT-Community Mahnwachen organisiert und Raum für Trauer eröffnet. Gemeinsam erinnerten sie daran, dass der Schutz von Freiräumen für Minderheiten gegenüber jeder Form von Gewalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

 

„Wir möchten in Hessen alles dafür tun, dass solche Hassverbrechen nicht geschehen“, führte Dreiseitel weiter aus. Er ergänzte: „Eine gute Akzeptanzarbeit, die an die ganze Gesellschaft adressiert ist, ist hierfür grundlegend.“ Ein wichtiger Meilenstein hessenweiter Akzeptanzarbeit ist der am letzten Dienstag vorgestellte Hessische Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt, der in einem breit angelegten Beteiligungsprozess gemeinsam mit den Selbstvertretungsorganisationen der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und intergeschlechtlichen Personen erarbeitet wurde. Er hat u. a. zum Ziel, die freie Entfaltung der Persönlichkeit zu fördern, die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu stärken und somit zu einem offenen und diskriminierungsfreien Miteinander beizutragen.

 

Clubs wie das „Pulse“ dienen weltweit als Rückzugsorte für LGBT, in denen Gemeinschaft entsteht, Selbstbestimmung und Empowerment aufgebaut werden.

Das „Pulse“ hat seit dem Attentat geschlossen. Auf der Webseite des Betreibers heißt es unter den Hashtags #onelove #onepulse #oneorlando, dass die Orlando-Community für immer verändert wurde. Die nach dem Attentat gegründete Stiftung ONEpulse plant eine Gedenkstätte mit Museum einzurichten. Auf der Homepage und Facebook-Seite der Stiftung heißt es „Wir werden den Hass nicht siegen lassen.“ (c) HSM

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