Händedesinfektion sagt Keimen den Kampf an · St. Vincenz-Krankenhaus Limburg beteiligt sich an der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“

Händedesinfektion sagt Keimen den Kampf an · St. Vincenz-Krankenhaus Limburg beteiligt sich an der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“

„Neue Konzepte zur Infektionsprävention“ – zu diesem Thema spricht Dr. Matthäus Vasel im Rahmen des  „Aktionstages Saubere Hände“ am Mittwoch, 28. Juni 2017 um 14.30 Uhr im Seminarraum des St. Vincenz-Krankenhauses in Limburg. Darüber hinaus wird von 9 bis 14 Uhr im Foyer der Klinik zum Thema „Hygiene und Händedesinfektion“ informiert. Ein Gewinnspiel für Mitarbeiter /-innen, aber auch für Patienten und Besucher gibt die Chance zu zeigen, in wieweit man sich in der Händehygiene auskennt.

An einem Informationsstand im Foyer wird das Team der Krankenhaushygiene präsent sein, um Interessierte über Möglichkeiten zur Kontrolle von Keimen zu informieren. Gerne geben die Hygienefachkräfte auch Patienten und Besuchern wichtige Informationen und Tipps, wie sie unnötige Risiken selbst vermeiden und so zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen können.

Auch Demonstrationen zur Händehygiene sind geplant: Durch eine Kontrolle der Händehygiene mittels einer sog. Schwarzlichtbox kann der Erfolg einer Händedesinfektion eindrucksvoll sichtbar gemacht werden und die Bedeutung der einfachen, aber grundlegenden Hygienemaßnahme der Händedesinfektion belegt werden. Eine sachkundig und konsequent durchgeführte Händedesinfektion durch das medizinische und pflegerische Personal ist eine einfache, kostengünstige und äußerst wirksame Maßnahme im Kampf gegen die Keime. Experten sind sich einig, dass eine sorgfältige Händedesinfektion gar die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung der Übertragung von Infektionserregern ist. In vielen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass durch die Verbesserung der Händedesinfektion das Auftreten von Krankenhauskeimen reduziert werden kann.

Immungeschwächte Patienten lassen sich nicht absolut sicher vor möglichen Krankheitserregern abschirmen – „das sterile Krankenhaus“ gibt es nicht. Gerade weil man das Gefahrenpotential kennt, ist ein verlässliches, vorausschauendes Hygienemanagement das A und O eines verantwortlichen Klinikmanagements. Schon seit Jahren arbeitet die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz im Bereich der Hygiene proaktiv und nutzt diverse präventive Maßnahmen zum Schutz der Patienten. So ist für die Sicherheit der Patienten eine breite Palette von Maßnahmen zur Sicherung der Hygienestandards etabliert. Das reicht vom Eingangs-Screening der Patienten bei stationärer Aufnahme, über die Verfügbarkeit von Händedesinfektionsmittelspendern in den Patientenzimmern bis hin zu einer externen Überwachung durch unabhängige Kontrollen und Zertifizierungen. Neben dem vierköpfigen Hygieneteam ist auch das Beratungszentrum für Hygiene (BZH) in Freiburg mit einer Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin vor Ort in Limburg vertreten. Außerdem kümmern sich mindestens ein geschulter, hygienebeauftragter Arzt pro medizinische Fachabteilung sowie weitere 45 geschulte Mitarbeiter in der Pflege und in den verschiedenen Funktionsabteilungen um alle hygienerelevanten Fragen und Aspekte in den einzelnen Bereichen.

Kontinuierliche Messungen des  Händedesinfektionsmittelverbrauchs in allen Bereichen des Krankenhauses sowie Beobachtungsstudien durch das Hygieneteam in unterschiedlichen Situationen bei verschiedensten Personengruppen werden im Rahmen der Qualitätssicherung im St. Vincenz Krankenhaus durchgeführt. Die Daten zum Händedesinfektionsmittelverbrauch fließen in eine deutschlandweite Beobachtungsstudie ein, um die eigenen Limburger Daten mit anderen, ähnlich großen Kliniken bundesweit vergleichen zu können. Der errechnete Verbrauch pro Patient lässt Rückschlüsse auf das Händedesinfektionsverhalten der Mitarbeiter/innen zu. Durch die Benutzung einheitlicher Fragebögen ist ein Vergleich mit anderen Kliniken und Abteilungen möglich.

Insgesamt orientiert sich das Vincenz-Hygienemanagement an die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut (RKI). Alle stationär aufzunehmenden Patienten werden auf MRSA gescreent, weitere Problemkeime werden risikoadaptiert, d.h. wenn der Patient bestimmte Risikofaktoren mitbringt, untersucht. Manchmal ist es erforderlich, einen Patienten vorsorglich zu isolieren, bis der endgültige Befund vorliegt.


HINTERGRUND:
 

Träger der nationalen Kampagne „Aktion saubere Hände“ zur Verbesserung des Händedesinfektionsverhaltens ist das Nationale Referenzzentrum für die Surveillance( Erfassung und Bewertung) nosokomialer Infektionen der Charité Berlin, das Aktionsbündnis Patientensicherheit sowie die Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung. Sie bündelt Partner aus dem Gesundheitswesen, Politik, und Gesellschaft, um die Thematik der Händedesinfektion und ihre Bedeutung in der Prävention von Krankenhausinfektionen in breiteren Kontext hervorzuheben. Darüber hinaus wird die Kampagne von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet. Die Kampagne hat das Ziel, die Akzeptanz der Händedesinfektion in deutschen Krankenhäusern deutlich und nachhaltig zu erhöhen.

Was ist eine Händedesinfektion?Unter einer Händedesinfektion versteht man das Benetzen der Hände mit einem auf Alkohol basierenden Desinfektionsmittel, welches hierfür speziell entwickelt wurde. Hierdurch werden die auf den Händen befindlichen Erreger (z.B. Bakterien und Viren) größtenteils abgetötet oder irreversible inaktiviert. Es ist wichtig, ausreichend Desinfektionsmittel anzuwenden und dieses bis zum Eintrocknen auf allen Bereichen der Hände zu verteilen. Als Maßeinheit gelten 3-5ml bzw. 2-3 Hub von einem Händedesinfektionsspender.

Wer sollte eine Händedesinfektion durchführen?Alle Mitarbeiter des Klinikums, insbesondere medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten.Auch Besuchern ist es zu empfehlen, vor und nach Betreten eines Patientenzimmers eine Händedesinfektion durchzuführen.Patienten oder Besucher sollten sich außerdem nach jedem Toilettenbesuch und nach jedem Naseputzen die Hände zu desinfizieren oder sich alternativ die Hände mit Seife und Wasser zu waschen.

Sollte auch im privaten Bereich eine Händedesinfektion durchgeführt werden?Im persönlichen Umfeld ist das Waschen mit Wasser und Seife völlig ausreichend. Sollten zu Hause Angehörige gepflegt werden, empfiehlt sich bezüglich eventuell notwendiger Händedesinfektion Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten. © St. Vincenz-Krankenhaus, Limburg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s