Hessen-Mobil-Projekt „Zentrale Netzsteuerung Limburg“ geht an den Start 

Hessen-Mobil-Projekt „Zentrale Netzsteuerung Limburg“ geht an den Start 
Ein flüssigerer Verkehrsfluss in der Limburger Innenstadt – auch bei Verkehrsbehinderungen auf der A 3 oder bei Sperrungen im Stadtgebiet – dies ist das Ziel des Projektes “ Zentrale Netzsteuerung Limburg“ von Hessen Mobil. Am heutigen Montag, 19. Juni, ist die Zentrale Netzsteuerung in Betrieb genommen worden.
In dem Projekt werden derzeit 24 Ampelanlagen in Limburg, vorrangig an der B 8 in der Innenstadt, an einen zentralen Rechner angeschlossen und abhängig von der Verkehrslage in verschiedenen Szenarien geschaltet. So sollen zum einen der Verkehr in Limburg im Normalzustand flüssiger fließen und zum anderen Möglichkeiten geschaffen werden, um auf außerordentliche Ereignisse wie eine Sperrung des Limburger Schiede-Tunnels oder Sperrungen und Unfälle auf der A 3 bei Limburg zu reagieren.
Mit dieser Zielsetzung gingen die Vorüberlegungen zum Projekt der Zentralen Netzsteuerung Limburg in den Jahren 2009/2010 in die weitere Entwicklung. Es folgte die Beteiligung mehrerer Fachfirmen (Verkehrstechnikbüro Schlothauer & Wauer, Ingenieurbüro Habermehl & Follmann, Firma Siemens), die das Projekt unter Federführung von Hessen Mobil umgesetzt haben. Insgesamt rund 1,5 Mio. Euro, getragen von Bund und Land, für die bauliche Umsetzung und die Ingenieurleistungen hat das Projekt gekostet. Einen finanziellen Anteil für drei städtische Ampeln, die in das Projekt mit eingebunden sind, trägt die Stadt Limburg.
Im Verlauf des Projektfortschritts wurden für die Zentrale Netzsteuerung Limburg Verkehrsszenarien definiert, für die gesonderte Schaltungen der Ampelanlagen (Lichtsignalanlagen, kurz: LSA) vorgenommen werden. In den beigefügten Übersichtsplänen sind diese Szenarien nacheinander dargestellt:
Szenario I: Normalbetrieb

Szenario II A: Stau Teilbereich B 8 Nord

Szenario II B: Stau Teilbereich B 8 Schiede

Szenario II C: Stau Teilbereich B 8 Süd

Szenario II D: Stau Teilbereich B 54

Szenario II E: Stau Teilbereich Lindenholzhausen

Szenario III: Stau Innenstadt

Szenario IV: Dosierung Innenstadt

Szenario V: Störung Tunnel

Diese einzelnen Szenarien werden automatisch durch die Zentrale Netzsteuerung über die Verkehrsbelastung erkannt. Wird zum Beispiel die Bedarfsumleitung der A 3 zwischen den Anschlussstellen Diez und Limburg-Nord aktiviert, steigt die Verkehrsbelastung in diesem Streckenabschnitt. Wird der vorab definierte Schwellenwert überschritten, aktiviert die Zentrale Netzsteuerung das „Szenario II A (Stau Teilbereich B 8 Nord)“.

Um die bestmöglichen Ampelschaltungen aktivieren zu können, ist eine exakte Information über die aktuelle Verkehrssituation im Raum Limburg erforderlich. Um diese exakten Informationen zu erhalten, wurden neben den herkömmlichen Detektoren (Induktionsschleifen in der Fahrbahn und Detektorkameras auf den Ampeln), die im Bereich von Ampeln den Verkehr erfassen, sogenannte Strategieschleifen angelegt sowie eine Reisezeitmessung über Bluetooth-Empfänger installiert. Die Strategieschleifen sollen den Verkehr auch zwischen zwei Verkehrsknotenpunkten erfassen und hierdurch die Daten der Detektoren an den Ampelanlagen ergänzen. Die Bluetooth-Empfänger erfassen die Reisezeit zwischen zwei Punkten. Mit einem Abgleich der Reisezeiten können sowohl Rückschlüsse auf das aktuelle Verkehrsgeschehen gezogen als auch langfristige Veränderungen im Straßennetz erkannt werden.

Neben der Reaktion auf besondere Verkehrsereignisse oder nicht vorhersehbare verkehrliche Überlastungen ist Hessen Mobil mit der Zentralen Netzsteuerung nun in der Lage, auch im Normalbetrieb die Ampelschaltungen noch besser an das aktuelle Verkehrsgeschehen anzupassen. Bisher wurden die verschiedenen Signalprogramme der Ampelanlagen in Abhängigkeit von der Tageszeit geschaltet (so gibt es beispielsweise das Programm „Morgenspitze“ von 6 bis 9 Uhr). Künftig werden die Programme in Abhängigkeit von der Verkehrsbelastung aktiviert. Dauert beispielsweise die Morgenspitze in der Verkehrsbelastung bis 9.30 Uhr, so wird auch das Programm entsprechend verlängert bis die Verkehrsbelastung unter den Schwellenwert sinkt.

Das System der Zentralen Netzsteuerung ist so ausgelegt, dass in Zukunft noch weitere Ampelanlagen zugeschaltet werden können. Dies zahlt sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt aus, da die neue Ampelanlage, die derzeit zur Erschließung des Limburger Pallotiner-Geländes entsteht, sofort nach Fertigstellung an die Zentrale Netzsteuerung angeschlossen werden kann.

Mehr über Hessen Mobil finden Sie unter http://www.mobil.hessen.de und http://www.verkehrsservice.hessen.de

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