Die Region braucht neue Wohnungen · Wohnraumkonzept für Limburg und die Kommunen des Landkreises ermittelt Bedarf

Die Region braucht neue Wohnungen · Wohnraumkonzept für Limburg und die Kommunen des Landkreises ermittelt Bedarf

Leerstehende Häuser, in die niemand mehr einzieht. Junge Familien, die dringend eine Bleibe suchen. Und beides kommt nicht zusammen. Die junge Familie sucht etwas in der Stadt oder ganz in der Nähe, das leerstehende Haus steht jedoch im nächsten Ort, zu weit weg.

„Wir müssen uns Gedanken machen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, macht Landrat Manfred Michel deutlich. Bezahlbarer Wohnraum für junge Familien, für Alleinerziehende und auch für ältere Menschen, die sich noch selbst versorgen können. Zusammen mit dem Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn hatte Michel am Dienstag, 27. Juni, zur Vorstellung des ersten Wohnraumkonzepts eingeladen. Das Konzept, erarbeitet vom Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt, analysiert die Ist-Situation in den Kommunen des Landkreises und skizziert die erwartete Entwicklung.

„Das Konzept zeigt große Perspektiven für Limburg auf. Es ist eine hervorragende Basis, um städteplanerisch gute Lösungen anzustreben“, verdeutlichte Bürgermeister Hahn bei der Vorstellung. Die Stadt Limburg hatte als größte Kommune des Landkreises das Konzept zusammen mit dem Kreis beauftragt und beteiligt sich auch an den Kosten. Nach dem vorgelegten Konzept wird die Entwicklung in Limburg oft anders verlaufen als in weiten Teilen des Landkreises.

Nach dem Wohnraumkonzept, das Autor Dr. Joachim Kirchner vorstellte, sinken in Zukunft die Bevölkerungszahlen in den Städten und Gemeinden des Landkreises. 164.800 Menschen werden nach der Prognose 2040 im Landkreis leben, 2015 waren es 171.900. Bis zum Jahr 2020 werde steigende, anschließend fallende Zahlen prognostiziert. Für Limburg ist eine andere Entwicklung vorhergesagt. Die Bevölkerungszahl steigt auf über 35.000 Einwohner und soll zumindest bis 2030 konstant bleiben.

Im Landkreis sinkt nach der Prognose nicht nur die Anzahl der Bewohner, auch die Altersstruktur verändert sich stark, die Zahl der Personen im Erwerbsprozess im Alter von 20 bis unter 60 Jahren wird deutlich zurückgehen. In Limburg wird dieser Rückgang weniger stark ausgeprägt sein. Die Zahl der über 60 Jahre alten Personen wird deutlich zunehmen.

Trotz dieser Entwicklung wird sich die Zahl der bedarfsrelevanten Haushalte erhöhen. Das ist nach Angaben von Kirchner eine Folge der Alterung und des Umstands, wonach Haushalte mit einer älteren Bezugsperson meist kleinere Haushalte sind. Die Zahl der Haushalte steigt im Landkreis demnach von ca. 75.880 im Jahr 2015 auf 80.080 im Jahre 2030 um dann zu sinken, in Limburg wird es bis 2040 steigende Haushaltszahlen geben. Die Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte wird deutlich zunehmen.

Der Wohnungsbedarf, die Zahl der zu bauenden Wohnungen aus Nachhol-, Neu- und Ersatzbedarf, wird für den Mittelbereich Limburg bis 2040 von 3380 Wohnungen prognostiziert, allein für die Stadt Limburg ungefähr 1820. Der Bedarf für den Mittelbereich Weilburg fällt mit rund 40 deutlich geringer aus. Handlungsbedarf sieht der Landkreis hierbei auch im Bereich der Sanierung, vor allem in den Städten Weilburg, Bad Camberg, Hadamar und Runkel. Dem Kreistag soll in seiner Septembersitzung dazu ein Beschlussvorschlag unterbreitet werden, um Sanierungsvorhaben zu fördern.

Nach dem vorgelegten Konzept kann der Bedarf an Wohnungen durch eine Mischung von zu bauenden Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern gedeckt werden. Im Mittelbereich Limburg liegt der Schwerpunkt bei den Mehrfamilienhäusern (mehr als 60 Prozent), knapp 30 Prozent entfallen noch auf Einfamilienhäuser. Ein wichtiger Baustein in der Entwicklung ist der öffentlich geförderte Wohnungssektor. Als sinnvolles und realisierbares Ziel wird in dem Konzept der Neubau von 450 Sozialwohnungen bis 2030 angesehen. Diese sollten ausschließlich im Mittelbereich Limburg entstehen, 280 davon allein in der Stadt selbst.

Für die Zeit von 2015 bis 2040 hat Kirchner einen Bedarf von rund 106 Hektar an Wohnsiedlungsflächen für den Mittelbereich Limburg errechnet, Limburg alleine kommt auf einen Bedarf von etwa 41 Hektar.

„Die Fehler der Vergangenheit im Wohnungsbau sollen sich nicht wiederholen, es gilt klare Akzente in Bezug auf die Stadtplanung zu setzen“, verdeutliche Bürgermeister Hahn mit Blick auf den Bedarf in Limburg. „Kostengünstig und qualitätsvoll“, gibt Landrat Michel als Zielvorgabe aus. Im Bereich des bezahlbaren Wohnraums für Personen, die auf Hilfe angewiesen sind, komme auch ein Belegungsrecht in Betracht.

Hahn und Michel unterstrichen im Rahmen der Vorstellung den Willen zu einer engen Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Kreisstadt. „Wir wollen gemeinsam zu Lösungen kommen“, so Hahn. Für Michel hat die Zusammenarbeit schon begonnen, denn Stadt und Landkreis haben das Konzept gemeinsam in Auftrag gegeben und teilen sich die Kosten. © Limburg.de/Landkreis Limburg-Weilburg

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