Zündapp „Flachköpper macht Laune“ Tour 2017 Werschau – Sigmaringen

Zündapp „Flachköpper macht Laune“ Tour 2017 Werschau – Sigmaringen

Wenn heute das Wort „Entschleunigung“ fällt, denken die meisten an „Chillen“, „Runterfahren“, oder ähnliche Begrifflichkeiten – nun, bei rund 30 km/h und einer Strecke von fast 400 km, gibt das dem Begriff eine vollkommen neue Dimension. Unser Blog-Leser Holger hat sich die Mühe gemacht, die Erlebnisse dieser unglaublichen Tour zu Protokoll zu bringen – gerne möchte ich diese heute für Sie bereitstellen – an dieser Stelle: DANKE Jungs ! Eine tolle Aktion, die nicht zum ersten Mal stattfand, wie Sie am Vorbericht sehen können: https://brachinaimagepress.wordpress.com/2016/06/28/leserbericht-von-holger-a-aus-w-5-verrueckte-zuendapp-fans-aus-dem-goldenen-grund-letztes-jahr-ostsee-jetzt-2-211m-in-suedtirol-das-penser-joch/

Ich wünsche allen allzeit gute und sichere Fahrt und immer den Fahrtwind an der Zündkerze ! DANKE Holger für den ausführlichen Bericht ! Wenn auch SIE ähnliche besondere Berichte bei mir im Blog sehen möchten – schauen Sie auf der Sonderseite „Ihr Beitrag bei uns“ vorbei… ich freue mich auf Ihre Zusendung !

 

Und wieder haben sie es getan, die 4 verrückten Zündappfreaks und ihr Servicemann.  Nach der 1. Tour 2015 an die Ostsee und der 2. Tour 2016 auf das Penser Joch in Südtirol, sollte es 2017 mit den 50 ccm Mokicks Zündapp C-50, alles ältere Baujahre, eine etwas gemäßigte Tour werden. Bereits während der 2016er Tour war klar gewor- den, es kann nur ein Ziel in 2017 geben – 398 Km zum Treffen „100 Jahre Zündapp“ in Sigmaringen, unweit des Bodensee. Wohin sonst ?

Der Zeltplatz wurde bereits in weiser Voraussicht der zu erwartenden Besucherzahl im Spätsommer 2016 gebucht und nach den Erfahrungen der ersten beiden Touren wurde das Servicemobil mit ausreichend Ersatzteilen ausgestattet, die Mopeds im Vorfeld gewissenhaft auf Herz und Nieren durchgecheckt und mit mehrfachen Probeausfahrten auf Haltbarkeit getestet. Alles palletti – was sind denn auch schon 398 Km ?

So ging es dann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag/Himmelfahrt erst um 03:00 los, da ein Zündapp-Treiber, aus Elz kommend, dezent den Wecker ignoriert hatte. Da war der Chefmechaniker cleverer, denn der war bis weit nach Mitternacht auf seiner Wohnhausbaustelle tätig und ist erst gar nicht mehr ins Bett gestiegen bevor es losging.

Das Servicemobil startet locker leicht erst am Donnerstag um 10:00 morgens. Bis dahin keine besonderen Vorkommnisse, im Westen nichts Neues. Es wir kommuniziert zwischen Servicemobil und „Zündappern“ über WhatsApp, Google-maps-Standortbe- stimmung und Abgleich der TOM-TOM Navis. Oldie vs. Neuzeit, multimedial mit 6 Volt an der Zündspule und Powerbank am Handy. Da die Zündapproute über Landstraßen mehr oder weniger parallel der Autobahnstrecke des Servicemobil verläuft, sind wir am Nachmittag ziemlich gleich auf und kommen fast gemeinsam in Sigmaringen an. Zelte aufbauen und einrichten, dann geht´s zu einem 1. Rundgang über den Platz. Von überall her sind „Zündapper“ mit ihren Mopeds dem Lockruf gefolgt. Nicht nur aus Deutschland angereiste Teilnehmer, auch Franzosen, Niederländer, Italiener, Belgier und viele andere Nationalitäten sind vertreten. Chrom-und Lack, blitzende Restaura- tionen, aber auch Modelle mit edler Alterspatina sind zu bewundern. Absolute Stars sind natürlich die „grünen Elefanten“, die Zündapp KS 600 mit Beiwagen, nach denen das Elefantentreffen benannt wurde. Teilweise noch in Wehrmachtsausführung mit Spaten, Gasmaskenbehälter, MG-Lafette, Munitionskoffer usw. Auf Beiwagen und Kotflügeln kann man einlackierte Sätze wie „Der Feind lügt“ oder „Räder müssen rollen für den Sieg“ finden. Aber auch die „Bella“, die „KS 50“ und viele einmalige Sondermodelle begeistern uns. Dieses mal zieht es uns nicht zu weiteren Etappen, wir bleiben die nächsten 2 Tage vor Ort, chillen und haben Spaß auf dem Festgelände. Geschicklich- keitsparcour, Leistungsprüfstand, Teilemarkt, Ausfahrten, Bands im Zelt u.v.m. bestimmen den Tagesablauf. Am Samstag ist dann „Schraubertag“. Eine der Z-Ladies muss immer angeschoben werden, mit Kickstarter geht nichts. Also ran ans Problem. Zündung tauschen bringt nichts, Kerze ist auch O.K., Vergaser ebenso. Mangelhafte Kompression ? Zylinderkopf runter, Zylinder auch. Ergebnis – der Kolben ist kurz vor dem Exitus, Zylinderlauffläche dito. Macht ja nix – haben wir alles dabei. Leider hat der neue Kolben eine etwas andere Bauform, passt also nicht. Wozu gibt es einen Teilemarkt auf dem Festgelände ? Für 5.- € erhalten wir beim freundlichen Holländer alles was wir brauchen und die Mühle läuft wieder. Beruhigt und entspannt können wir abends in einer Sportsbar in der schönen Sigmaringer Altstadt das DFB-Pokal Endspiel Dortmund : Frankfurt sehen. Leider mit dem falschen Endergebnis. Morgen, Sonntag, geht´s dann wieder 398 Km heim nach Werschau.

Auch die Heimfahrt ist diesmal unspektakulär und bleibt frei von Pannen, alles läuft gut bis Wiesbaden, dann hoch zur Platte. Ab der Hühnerkirche wird es dann nochmal eng. Eine der Zündapps liegt in den letzten Zügen, schafft es aber noch aus eigener Kraft bis nach hause.Ende gut – alles gut, das drohende Gewitter legt erst los nachdem wir abgesattelt haben. Ein paar wieder mal saugstarke Tage sind leider bereits vorbei.

Sorry das dieser Reisebericht erst mit einer stattlichen Verspätung kommt, aber der Hauskauf des Chefmechanikers und die damit verbundenen Arbeiten, auch für den Servicemobilfahrer, was Renovierungs-und Umbauarbeiten betrifft, hatten zwischen- zeitlich absoluten Vorrang. Auch war noch schnell ein Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager in Werschau auszurichten. Und überhaupt – ich glaube langsam werde ich zu alt für diese Sch…..

Oder etwa doch nicht ? Zur Zeit sind als Ziele für 2018 in der Diskussion: Holland (wegen der Ersatzteilversorgung ? Oder den Coffeeshops ?), Korsika ???, Gardasee ? Oder auf den Spuren des Wüstenfuchs Rommel durch die nördliche Sahara, alte KS 600 finden ! Alles ist verlockender als der Diezer Baggersee.

Respekt den Jungs für ihr Durchhaltevermögen und den Spaß den sie immer haben. Ich aber hab´ manchmal Angst vor mir selbst.

Special thanks to Jack Daniels, our all favorite friend. See you all in 2018

 

PS: Info zum Zündapp-Museum in Sigmaringen

2007 und 2008 entstand in Sigmaringen in Baden-Württemberg in der ehemaligen Flaschenfüllerei der Brauerei Zoller-Hof das Zündapp-Museum. Zwei Millionen Euro investierte die Brauerei in das neue Museum, es beherbergt rund 100 Exponate der Marke Zündapp und ist damit derzeit die weltweit größte Zündapp-Sammlung und in dieser Form einzigartig. Grundstein für das Museum bildete die Sammlung von Adolf Mattes, Zündapp-Sammler aus Königsheim auf dem Heuberg im Landkreis Tuttlingen. Er hat in den vergangenen 50 Jahren eine große Sammlung von Motorrädern und Nähmaschinen sowie dem Kleinwagen „Janus“ zusammen- getragen. Offiziell eröffnet wurde das Museum zum alljährlichen Hoffest am 8. Juni 2008. Bis auf drei noch fehlende Exponate an Motorrädern konnte die Brauerei alles Wichtige erwerben. Auch im Bereich der Nähmaschinen und Außenborder sowie dem Stromaggregat der Marke Zündapp haben sie die wichtigsten Stücke. Die Flugmotoren kommen später noch hinzu. Zu sehen sind unter anderem das erste Zündapp-Motorrad aus dem Jahre 1921 und ein sehr gut erhaltenes Wehrmachtsgespann aus dem Zweiten Weltkrieg. © Holger Asmussen

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