St. Vincenz sieht die Gesundheitsregion Limburg-Weilburg gefährdet · Krankenhausgesellschaft reagiert auf vermeintlich alternativlose Kooperation Weilburgs mit Lahn-Dill-Kliniken

St. Vincenz sieht die Gesundheitsregion Limburg-Weilburg gefährdet · Krankenhausgesellschaft reagiert auf vermeintlich alternativlose Kooperation Weilburgs mit Lahn-Dill-Kliniken 

Mit großer Verwunderung und Besorgnis hat die Limburger Krankenhausgesellschaft St. Vincenz auf die politisch initiierte Kooperationsvereinbarung des Weilburger Kreiskrankenhauses mit den Lahn-Dill-Kliniken Wetzlar reagiert. Auf vielen Gebieten arbeiten die Krankenhäuser Weilburg und Limburg eng zusammen. „Diese neue Kooperation macht aus bewährten Partnern künstliche Konkurrenten im eigenen Landkreis“, so der Verwaltungsratsvorsitzende RA Erwin Reuhl. Die bisherige partnerschaftliche und kollegiale Zusammenarbeit beider Häuser, die in vielfältiger Weise vom St. Vincenz Krankenhaus befördert wurde, wird so in Frage gestellt.

„Wir haben die Vision einer gemeinsamen Gesundheitsregion Limburg-Weilburg nicht nur skizziert, wir haben sie gelebt. Im operativen Bereich arbeiten wir mit den Weilburger Kollegen und Ärtzenetzwerken  gemeinsam für den Landkreis bestens zusammen,“ so Geschäftsführer Guido Wernert. „Jetzt erleben wir, dass mühsam erarbeitete Grundpfeiler zur Sicherung dieser Versorgung unserer Region bewusst gefährdet werden“.

Sowohl der Landrat, als auch sein Stellvertreter Gesundheitsdezernent Helmut Jung hätten dies in den verschiedensten Zusammenhängen grundsätzlich wohlwollend begleitet. Von daher sei das jetzige Handeln nicht verständlich.

Dass nun von einer „alternativlosen Kooperation“ mit dem Wetzlarer Klinikverbund gesprochen wurde, mute angesichts der diversen Vernetzungen zwischen dem St. Vincenz und der Weilburger Klinik mehr als merkwürdig an. Just zum 1.Juli 2017 war der Startschuss für die Tele-Radiologie zwischen dem Limburger St. Vincenz-Krankenhaus und dem Kreiskrankenhaus gefallen, die zuvor über Wetzlar geleistet wurde. Das St. Vincenz hatte sich zur Übernahme des Teleradiologischen Dienstes für das Weilburger Krankenhaus entschlossen. Nunmehr heißt es in der Presseverlautbarung, dass die Krankenhäuser in Wetzlar und Weilburg über die Teleradiologie reden wollen. „Eine schallende Ohrfeige für die hochkompetenten Dienste der Limburger Radiologen für Weilburg“, so Reuhl. Auch im Bereich der Gefäßchirurgie arbeiten beide Kliniken mit einer Gefäßsprechstunde eng zusammen – so Geschäftsführer Guido Wernert.

Obwohl die als alternativlos bezeichnete Zusammenarbeit mit den Lahn-Dill-Kliniken wie eine Aufkündigung der gut funktionierenden Partnerschaft zwischen den St. Vincenz-Kliniken und dem Kreiskrankenhaus klingt, bleibt die Krankenhausgesellschaft gesprächsbereit: „Wir wissen, dass die Basis in Weilburg unsere gemeinschaftliche Arbeit zu schätzen weiß,“ so Reuhl und Wernert übereinstimmend. „In Weilburg weiß man, wo ein verlässlicher und kooperativer Partner zu finden ist, der ihnen auf  Augenhöhe begegnet.“

Die Fraktionen im Kreistag müssten sich nun forciert darüber Gedanken machen, ob sie den gemeinsamen Weg zwischen Limburg und Weilburg aus dem Rhythmus bringen oder gemeinsam den bereits geebneten Weg weiter ausbauen wollen. Wernert: „Das Diezer Beispiel zeigt: Wir übernehmen gern Verantwortung und sind offen für alles, was dem Wohl der Region dient.“

Die Frage stellt sich sonst, ob das Kreiskrankenhaus in Weilburg für das St. Vincenz Krankenhaus Wettbewerber wird oder Partner bleibt. © St. Vincenz-Krankenhaus, Limburg

One Response to St. Vincenz sieht die Gesundheitsregion Limburg-Weilburg gefährdet · Krankenhausgesellschaft reagiert auf vermeintlich alternativlose Kooperation Weilburgs mit Lahn-Dill-Kliniken

  1. Hartmut Bock says:

    Überkapazitäten im Krankenhausbereich und kleine Kliniken unter Druck. Das ist die Botschaft die heute landauf, landab verkündet wird. Limburg, Weilburg, Wetzlar – auch hier sind kluge Lösungen gefragt, damit die Gesundheitsversorgung in der Fläche erhalten bleibt. Gleiches gilt für die Arbeitsplätze. Wenn die verantwortlichen Akteure in der „Zeitung“ auftreten, ein sinnvolles Konzept aber weit und breit nicht zu erkennen ist, dann ist dies sicherlich nicht der richtige Weg. Professionalität ist gefragt, denn umgekehrt ist es richtig. Gute Lösungen erarbeiten und erst dann die Öffentlichkeit informieren.

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