Rückbau vom Atomkraftwerk in Biblis gestartet

Rückbau vom Atomkraftwerk in Biblis gestartet

Umweltministerin Priska Hinz gibt Startschuss: „Die Zeit der Atomenergie ist vorbei. In Hessen beginnt damit endgültig ein neuer Abschnitt der umweltverträglichen Energieversorgung.“ 

„Das ist ein historischer Moment: Die Ära der Atomenergienutzung in Hessen ist endgültig beendet. Jetzt beginnt eine neue Zeit. Alle Zeichen stehen unumkehrbar auf Rückbau“, sagte Umweltministerin Priska Hinz heute im Atomkraftwerk Biblis. Mit der symbolischen Demontage einer Pumpe im sogenannte Sekundäreinspeisesystem RZ haben Umweltministerin Priska Hinz und Kraftwerksleiter Horst Kemmeter heute offiziell den Startschuss für den sicheren und zügigen Rückbau des Atomkraftwerks in Biblis gegeben.

„Vor 42 Jahren wurde dieses Atomkraftwerk als erster Druckwasserreaktor weltweit in Betrieb genommen. Dieses Kapitel ist nun endlich vorbei. Atomenergie in Hessen gehört der Vergangenheit an“, sagte die Ministerin. „Mit dem Rückbau von Biblis wird der Atomausstieg konsequent umgesetzt.“ Der Zeitplan sieht vor, dass das Atomkraftwerk innerhalb der kommenden 15 Jahre rückgebaut ist.

„Auch wenn der Rückbau nun zügig voran gehen soll, werden die Folgen der Atomenergienutzung am Standort Biblis noch lange zu sehen sein. Insbesondere die Entsorgung der radioaktiven Abfälle wird noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen“, sagte die Umweltministerin. Die abgebrannten Brennelemente müssen noch im Standort-Zwischenlager verbleiben, bis ein Endlager für den hochradioaktiven Abfall gefunden ist.

Beim Rückbau werden Tausende Tonnen Material, insbesondere Metall und Bauschutt, zu bewegen und zu entsorgen sein. Hinz versicherte: „Der gesamte Rückbauprozess wird von der Atomaufsichtsbehörde und externen Sachverständigen begleitet und überprüft werden. In Sicherheitsfragen wird es mit mir keine Kompromisse geben.“

 

Hintergrund Sekundäreinspeisesystem RZ:

Das Sekundäreinspeisesystem RZ ist ein zusätzliches und unabhängiges System zur Bespeisung der Dampferzeuger der Blöcke A und B bei Ausfall der Speisewassersysteme (Haupt- und Notspeisewasser). Es ist separat von den beiden Blöcken in einem eigenen Gebäude, das in „Barrierequalität“ geschützt gegen Einwirkungen von außen ausgeführt ist, aufgebaut.

Es besteht im Wesentlichen aus zwei parallel geschalteten dieselgetriebenen Speisewasserpumpen, die aus einem eigenen Vorratstank (700 Kubikmeter) ein Deionat-Rohwassergemisch in die speisewasserseitige Verbindungsleitung des Notstandssystems im Ringraum des Block A einspeist.

Im Leistungsbetrieb war das RZ-System ein sicherheitstechnisch wichtiges System, das für beide Blöcke relevant war.

© Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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