4500 Anträge auf Anerkennung einer ausländischen Berufsqualifikation im Jahr 2016 — Frauen stellen 58 Prozent der Anträge

4500 Anträge auf Anerkennung einer ausländischen Berufsqualifikation im Jahr 2016 — Frauen stellen 58 Prozent der Anträge (157/2017)

  • Am häufigsten wird eine Anerkennung in der Gesundheits- und Krankenpflege angestrebt
  • Mehr als drei Viertel der Berufsqualifikationen in einem europäischen Land erworben
  • 90 Prozent der abgeschlossenen Verfahren führten zur Anerkennung

Im Jahr 2016 wurden in Hessen 4501 Anträge auf Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation bearbeitet. Wie das Hessische Statistische Landesamt weiterhin mitteilt, wurden 2630 und damit 58 Prozent der Anträge von Frauen gestellt. Die meisten der Antragstellerinnen und Antragsteller (1315) strebten eine Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpflegerin oder -pfleger an. Weiterhin wurden 571 Anträge auf Anerkennung als Lehrerin oder Lehrer sowie 436 als Ärztin oder Arzt gestellt. Mit einem deutlichen Abstand folgten die Anerkennungsverfahren zur Ingenieurin oder zum Ingenieur (281) sowie zur Elektronikerin oder zum Elektroniker (202).

3487 oder 77 Prozent der Antragstellenden erwarben ihre Berufsqualifikation in Europa, darunter gut die Hälfte in der EU. 679 Antragstellende absolvierten ihre Ausbildung in Asien und die übrigen 335 in Afrika, Amerika oder Australien. Bei den Ausbildungsstaaten lagen die südosteuropäischen Länder Serbien und Bosnien-Herzegowina mit 585 bzw. 494 Antragstellenden vorn. Weiterhin hatten 417 bzw. 329 Antragstellende ihre Berufsqualifikation in den osteuropäischen EU-Staaten Polen und Rumänien erworben. Auf Rang 5 der Ausbildungsstaaten folgte mit Syrien das stärkste Asylzugangsland der letzten Jahre mit 249 Anträgen.

Von den 4501 Verfahren auf Anerkennung konnten bis zum 31.12.2016 insgesamt 2812 und damit 62 Prozent abgeschlossen werden. Mit 2521 wurden 90 Prozent dieser Verfahren positiv beschieden. Bei 291 Verfahren oder 10 Prozent konnte eine Gleichwertigkeit der im Ausland erworbenen Berufsqualifikation nicht ausreichend nachgewiesen werden. Für 1475 Anträge lag zum Stichtag noch keine Entscheidung vor; weitere 214 Anträge wurden während der Bearbeitungszeit von den Antragstellerinnen und Antragstellern zurückgezogen.

Zwischen 2012 und 2016 wurde insgesamt 10 500 Frauen und Männern in Hessen die Gleichwertigkeit ihrer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation mit einem deutschen Referenzberuf anerkannt.

Hinweise

Die Meldungen an die Statistik erfolgen über die für Anerkennungsverfahren zuständigen Stellen (z. B. Kammern und Regierungspräsidien). Die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen ist in verschiedenen Gesetzen geregelt. Das Anerkennungsgesetz des Bundes trat zum 1. April 2012 in Kraft und regelt die Anerkennung für die bundesrechtlich geregelten Berufe. Dazu zählen u. a. ein großer Teil der medizinischen Berufe sowie Ausbildungsberufe aus den Bereichen „Industrie“, „Handel“ und „Handwerk“. Weiterhin sind für viele Berufe in Deutschland die Bundesländer selbst zuständig und haben dafür eigene Regelungen erlassen. Somit sind die Bundesländer auch für die Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen mit den entsprechenden Qualifikationen der Referenzberufe in den Bundesländern zuständig. Geregelt wird dies durch die jeweiligen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetze der Länder. In Hessen wurde 2012 mit dem Hessischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (HBQFG) die gesetzliche Grundlage für die allgemeine Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen für die landesrechtlich geregelten Berufe geschaffen. Zu diesen Berufen gehören beispielsweise Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen, Ingenieure und Fachärzte. Mit 1433 erfolgte knapp ein Drittel der Anerkennungsverfahren 2016 in Hessen für landesrechtlich geregelte Berufe.

Die Anerkennungsgesetze sind wichtige Bausteine zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Das Gesetz erleichtert es Fachkräften aus dem Ausland, ihre berufliche Qualifikation auf dem deutschen Arbeitsmarkt einzusetzen und es fördert die Integration von Migrantinnen und Migranten in die Arbeitswelt. © STATISTIK HESSEN

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s